Sotschniki aus Kalinkas Küche

Ljuba hat einen Videokanal und stellt dort ganz viele tolle Rezepte in liebevoll aufbereiteten Videos vor. Besonders spannend finde ich die Gerichte aus ihrer Heimat Kasachstan und wie sie es schafft, die Zutaten hier in Deutschland zu ersetzen. Aufmerksam geworden bin ich auf Kalinkas Küche, als ich einen Karpfen geschenkt bekam und keine Ahnung hatte, wie ich ihn zubereiten soll.



Die Sotschniki haben mich gleich auf den ersten Blick begeistert. Ich liebe solches Kleingebäck. Man kann davon je nach Tagesform und Appetit zum Kaffee/Tee 1 Stück naschen oder unterwegs aus dem Wanderrucksack 5 Stück verdrücken. Sotschniki sind zwar klein aber gehaltvoll, sie machen satt und zufrieden. Noch lauwarm aus dem Ofen schmecken Sotschniki am besten. Der Teig ist fluffig und außen ganz leicht kross, die Süße ist deutlich spürbar. Nach einer Weile zieht der Teig Feuchtigkeit aus der Füllung, wird dadurch kompakter, die Süße ist nicht mehr ganz so deutlich. Schmecken aber auch noch zwei Tage später und lassen sich gut einfrieren, einfach auftauen lassen oder auf dem Toaster aufbacken.

Für die Füllung habe ich rezepttreu Tworog aus 750 g Magerquark und 0,5 l Milch und 1/2 TL Salz hergestellt. Das ergab 338 g Tworog, also die perfekte Menge für die Sotschniki. Der lagerte vor der Verarbeitung 3 Tage im Kühlschrank und war gut ausgepresst und dadurch ziemlich trocken. Ob man auch Frischkäse oder gut abgetropften Quark verwenden kann, wäre zu probieren. Die Masse darf vor allem nicht zu flüssig sein, damit sie nicht aus dem Gebäck läuft.

Insgesamt erschienen mir das Rezept und alle Mengen sehr schlüssig, so dass ich mich - bis auf die Zugabe von Kardamom statt Vanille - tatsächlich an Ljubas original Sotschniki-Rezept gehalten habe. So etwas tue ich nicht oft. Schmant habe ich übrigens genau einen Becher verbraucht. Was auch nicht so oft vorkommt, die Mengen von Teig und Füllung passen perfekt zusammen, nichts übrig. Es hat also alles gepasst. Die Sotschniki sind süß aber nicht zu süß und richtig lecker.


Teig
80 g weiche Butter
150 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
4 geh. EL Schmand oder Saure Sahne
2 gestr. TL Backpulver
1 TL Kardamom (Vanille im Original)
400 g Mehl

Es handelt sich um einen Knetteig. Also nicht zuviel oder zulange rühren/kneten, nur was gerade nötig ist. Alles ohne Mixer.

Ich verrühre kurz Butter und Zucker mit einer Gabel. Ei und eine Prise Salz dazu, verrühren. Dann Schmant und Kardamom, wieder verrühren.

Mehl mit Backpulver mischen, dann portionsweise auf die Masse sieben und einarbeiten bis ein schöner Teig entsteht, zuerst mit der Gabel, später mit den Händen. Etwa eine halbe Tasse Mehl behalte ich zurück, da mir der Teig fertig erscheint. Den Teig lege ich in eine Schüssel mit fest schließendem Deckel und ab in den Kühlschrank für mindestens 30 min, bei mir heute 50 min.

Füllung
300 g Tworog
1 geh. EL Schmant
1 EL Sahne (von mir, zusätzlich zum Original)
1 Eiweiß
1 Prise Salz
2 EL Zucker
1 EL Weizenweichgrieß
(Vanille lasse ich weg, hab gerade keine)

Zunächst zerkrümele ich den Tworog möglichst fein in eine Schüssel. Dann gebe ich Schmant dazu und weil mir der Tworog so trocken erscheint zusätzlich einen EL Schlagsahne. Gut verrühren.

In einer kleinen Schüssel schlage ich das Eiweiß mit Salz und Zucker ein wenig auf, einfach mit einer Gabel. Das verrühre ich mit dem Tworog. Zum Schluss kommt der Gries hinzu. Die Masse ist recht fest aber geschmeidig. Ab in den Kühlschrank.

Gebäck formen, füllen und backen
1 Eigelb
1 EL Milch
optional: Zucker-Zimt-Gemisch

Backofen auf 180 °C vorheizen.
Eigelb mit Milch mit einem Pinsel in einer kleinen Tasse verrühren.

Den Teig rolle ich portionsweise auf etwas Mehl aus wie Keksteig. Das geht ziemlich gut. Ich steche Kreise (7cm) aus, gebe einen TL Füllung darauf und klappe die Kreise zur Hälfte um, offen lassen nicht verschließen, nur die Kanten leicht andrücken und fertig. Die Sotschniki lege ich auf ein Blech mit Backpapier.

Teigreste werden immer mit der neuen Teigportion verknetet und wieder mit ausgerollt. Das letzte Teigstück reicht für genau ein Sotschniki aber die Füllung ist alle, deshalb gebe ich Konfitüre drauf und verschließe den Kreis wie Ravioli :)



Wenn ein Blech voll ist, pinsele ich die Sotschniki mit Eigelb ein. Auf einen Teil streue ich ein wenig Zucker/Zimt obenauf, der andere Teil bleibt pur. Die mit Zucker schmecken mir am Ende besser.

Backen: Bei 180 °C Ober-Unterhitze in der Ofenmitte (Schiene 3 von 5) für 25-30 min.